Indirekten Rassismus gibt es überall in Deutschland!

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Von rassifizierenden Verallgemeinerungen im Studium bis hin zu Racial Profiling: Collins erzählt vom Alltagsrassismus, den er in Tübingen erfahren hat.

Collins kommt aus Nigeria, ist seit 2015 in Deutschland und studiert bereits sieben Semester Medizin in Tübingen. Seit seiner Ankunft in Deutschland war er jeden Tag sowohl mit direktem, wie auch mit indirektem Rassismus konfrontiert. 

Indirekter Rassismus findet laut Collins zum Beispiel bei der Wohnungssuche statt. Beim Gespräch mit dem Vermieter sei wegen seines Aussehens sofort klar, dass er die Wohnung oder das Zimmer nicht bekommt. 

Auch im Studium bekommt Collins rassistische Äusserungen zu hören. Ein Professor meint in einer Vorlesung zum Beispiel, man solle Strände in Afrika grundsätzlich meiden, denn dort gebe es Parasiten. Collins Heimatland grenzt an den Atlantik und er hat an den dortigen Stränden noch nie etwas von Parasiten mitbekommen. Er wünscht sich differenzierte Informationen, wenn es um Länder in Afrika geht. 

Ein weiteres Beispiel: 2015 wurde eine Frau in Tübingen sexuell belästigt. Sie gab an, der Täter hätte einen dunklen Teint gehabt. Daraufhin bekamen 2018 alle Afrikaner in Tübingen einen Brief der Polizei, der sie aufforderte einen DNA-Test durchzuführen. Collins macht ein solches Vorgehen sehr wütend, denn es kann nicht sein, dass die Polizei in Tübingen solche Generalisierungen macht. Indem der dunkle Teint des Täters mit der Herkunft aus einem afrikanischen Land verbunden wird, werden Afrikaner im allgemeinen kriminalisiert. Außerdem bemerkt Collins, wenn der Täter aus Deutschland, Österreich oder Frankreich gewesen wäre, hätte die Polizei niemals alle Deutschen, Franzosen und Österreicher dazu aufgefordert einen DNA-Test durchzuführen. 

Interview zum Thema Alltagsrassismus
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Rassismus