Kundgebung :: Moria brennt!

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Moria brennt! An dieser fürchterlichen Nachricht kam in der letzten Woche niemand vorbei. Die Zustände im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos waren ohne hin Katastrophal, der Brand verschlimmerte die Situation massiv. Die Ursache für den Brand ist noch unklar. Die Gesellschaft Kultur des Friedens kurz GKF veranstaltete anlässlich dieses verheerenden Vorfalls eine Kundgebung auf dem Tübinger Holzmarkt.

Seit Wochen und Monaten warnen Menschenrechtsgruppierungen davor, dass die Lage in Moria zu eskalieren droht. Aktivist*innen beispielsweise von der Seebrücke machten immer wieder auf die Dringlichkeit aktiv zu werden aufmerksam und forderten die Regierung und die Gemeinden wiederholt dazu auf, Menschen aus den Lagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen und ihnen ein sicheres zu Hause zu geben. Bis jetzt ist zu wenig passiert. Die Folgen sind eindeutig.

Die Kundgebung wurde durch verschiedene Redebeiträgen von Aktivist*innen geprägt, auch Heike Hänsel, Linken Politikerin im Bundestag, nahm mit einem Redebeitrag aktiv an der Kundgebung teil. Unter den Aktivist*innen war auch Ute Wolfangel von der Seebrücke Böblingen. Sie war bereits mehrere Male auf den griechischen Inseln vor Ort und berichtete darüber wie es wirklich in den Lagern aussieht. In ihrem Redebeitrag erzählt sie von Schwimmwesten, die nicht schwimmfähig sind, da sie mit Sägemehl gefüllt sind, es gibt eine Toilette für 200 Menschen, es stinkt in den Lagern und auf den Booten, da es an allen Enden an Hygiene mangelt, Menschen ertrinken 20 Meter vor der Küste, Kleinkinder sogar in vollgelaufenen Booten. Zustände, die man sich kaum vorstellen kann – und Europa tut nichts!

Markus Groda, ebenfalls für die Seebrücke aktiv, war bei mehreren Rettungsaktionen auf Seenotrettungsschiffen dabei. Er klagt besonders Horst Seehofers Flüchtlingspolitik an und ärgert sich über die neuen Gesetze, die für die Seenotrettung im Mittelmeer gelten. In einer Bundestagsdebatte zu Moria bezeichnete Horst Seehofer die Arbeit von der Seebrücke und weiteren Kommunen und Organisationen als eine medienwirksame Inszenierung. Für Markus Groda eine Frechheit. Für ihn ist es eine medienwirksame Inszenierung sich christlich und sozial zu schimpfen und mit seiner Politik Flüchtlinge an den Außengrenzen sterben zu lassen.

Musikalisch umrahmt wurde die Kundgebung von Henning Zierock von der GKF. Er sang mit Musikerkollegen unter anderem griechische Lieder, die zum solidarischen Handeln aufforderten.

Im Anschluss an die Kundgebung hatte ich die Möglichkeit mit Heike Hänsel über den spontanen Antrag auf Soforthilfe für Moria zu sprechen, den ihre Fraktion am Freitag im Bundestag auf den Weg gebracht hat. Dabei berichtet sie von einer hitzigen Debatte, bei der sich die AfD ein weiteres Mal mit einer menschenverachtenden Hetzrede zeigte. Für sie ist die aktuelle Flüchtlingspolitik der CDU/CSU definitiv auch eine Fluchtursache. Außerdem strebt sie neben einer humanen Flüchtlingspolitik auch eine bekämpfung der Fluchtursachen an.

Für mich gibt es keine Option dazu den Menschen in Griechenland zu helfen. Ich frage mich mit welchem Recht wir diesen Menschen ein besseres Leben verweigern. Den Geflüchteten in Moria und auch auf den anderen griechischen Inseln muss geholfen werden und zwar sofort!

Ein Beitrag von Carla Langer

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