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Freies Radio Wüste Welle

 

Als Redaktion diskutierten wir darüber, warum das journalistische Arbeiten für Geflüchtete besonders wichtig ist.

Roula, Sameer und Mohammad sind alle drei sowohl in der Redaktion von NewcomerNEWS aktiv, wie auch in der Redaktion von tünews INTERNATIONAL, eine Zeitung von und für Geflüchtete und andere. Sie schreiben dort Artikel und Beiträge, übersetzen Texte und produzieren Videos. 

Roula ist eine siebzehnjährige Schülerin aus Syrien. Für sie ist es wichtig journalistisch zu arbeiten, weil sie dadurch ihre Stimme hörbar macht. Indem sie ihre Stimme nutzt und an eine breite Masse richtet, will sie Stereotype und Vorurteile abbauen. Dadurch will sie Diskriminierung und Rassismus bekämpfen.

Sameer hat im Irak als Kameramann gearbeitet, dann als Dokumentarfilm-Regisseur und schliesslich auch als Kriegsjournalist. Er mag die Medien. Der Journalismus ist, laut Sameer, in jeder Gesellschaft wichtig. Es ist "heilige Arbeit". Der Journalismus ist die vierte Gewalt, spiegelt die Gesellschaft und reflektiert sie. Dennoch muss einem bewusst sein, je nachdem wer die Medien besitzt oder finanziert, ist nicht jede Wahrheit erwünscht. Nicht überall darf man alles so frei sagen wie im Freien Radio, betont Sameer. Im Irak und in der Türkei zum Beispiel müssen die Medien über das berichten, was die Parteien wollen. Seit 2017 ist Sameer bei NewcomerNEWS. In der Sendung möchte er den Deutschen erklären, wer die Geflüchteten sind, wie ihre Herkunftsgesellschaften aussehen und, durch Radiodiskussionen, mehr Informationen über die deutsche Gesellschaft bekommen. Er nutzt die Sendung auch als Möglichkeit, um zu üben sich auf Deutsch auszudrücken. Er würde gerne für einen professionellen Fernsehsender arbeiten, doch das ist in Deutschland sehr schwierig. 

Mohammad kommt aus Afghanistan und war dort Landwirt. Er hätte gerne bereits in seinem Heimatland journalistisch arbeiten wollen. Doch das Problem dort ist, man kann in den Medien nicht frei seine Meinung äußern. Wenn man dies tut kann es einem das Leben kosten. Mohammad hat Informationen mit den Medien vor Ort geteilt, wurde von den Taliban bedroht und musste nach Deutschland fliehen. Als er in Tübingen angekommen ist, hat er nach einer Möglichkeit gesucht, journalistisch tätig zu werden. Er hat bei NewcomerNEWS und bei tünews INTERNATIONAL angefangen und freut sich, eine Brücke zwischen den Geflüchteten und den Deutschen sein zu können. Außerdem findet er es wichtig, Geflüchteten Informationen zu vermitteln, an die sie schwer herankommen. Er kann im Radio frei über die politische Situation im Afghanistan sprechen, was ihn freut. Laut Mohammad, ein journalist muss die Wahrheit sagen und realistisch sein. Im Afghanistan arbeiten viele Journalist*innen nur wegen dem Geld oder, weil sie berühmt werden wollen.

Diskussion zum Thema Journalismus
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